Kind liegt im Bett

Schlaf Kindlein schlaf, der Vater hüt die Schaf…

Weißt du wie viel Sternlein stehen?

Der Mond ist aufgegangen…

Na? An wie viele Lieder erinnern Sie sich noch aus Ihrer Kindheit? Wie viele Schlaflieder singen Sie Ihren Kindern vor, sodass sie gut einschlafen?

Wie lange erzählen Sie Ihrem Kind Märchen oder lesen ihm aus dem Lieblingsbuch vor, um es sanft in das Land der Träume zu begleiten?

Vor allem das Singen von Liedern als auch das Vorlesen von Büchern oder das Erzählen von Märchen erfreuen sich bei den Eltern einer sehr großen Beliebtheit, wenn es darum geht, das Kind in den Schlaf zu begleiten.

Doch, sind es wirklich nur die Lieder und das Vorlesen, die dem Kind das Einschlafen erleichtern? Gibt es noch andere Dinge, die Sie tun können, um dem Kind das Einschlafen erleichtern zu können?

Wie viel muss ein Kind schlafen?

Baby mit Mütze auf dem Kopf schläft

Bevor Sie mehr darüber erfahren, wie Sie Ihrem Kind das Einschlafen erleichtern können, ist es durchaus interessant zu wissen, wie viel ein Kind durchschnittlich schlafen muss. Vor allem in den ersten Lebensjahren weisen Kinder ein sehr hohes Schlafbedürfnis auf.

Dieses sinkt von Jahr zu Jahr etwas, doch grundsätzlich brauchen Kinder bis hin ins Jugendalter recht viel Schlaf, um sich angemessen und vor allem gesund entwickeln zu können. Schlafen Kinder zu wenig wirkt sich dies nicht nur in Müdigkeit und Erschöpfung, sondern unter Umständen ernst zu nehmenden Entwicklungsstörungen aus.

AlterDurchschnittliche Schlafdauer pro Tag
Die ersten drei Lebensmonate17 Stunden
3 MonateCa. 14,5 Stunden
Zwischen 6 und 12 MonatenCa. 14 Stunden
Zwischen 12 und 18 MonatenCa. 13,5 Stunden
2 JahreCa. 13 Stunden
3 JahreCa. 12,5 Stunden
4 JahreCa. 12 Stunden
5 JahreCa. 11,5 Stunden
6 JahreCa. 11 Stunden
Zwischen 7 und 14 JahrenCa. 9 bis 11 Stunden
JugendlicheCa. 8 bis 11 Stunden

Schläft ein Kind zu wenig, liegt das oft an äußeren Rahmenbedingungen oder psychischen Belastungen. Sie als Eltern haben unterschiedliche Möglichkeiten, um Ihrem Kind genau die Schlafumgebung zu bieten, die es braucht, um gut und vor allem erholsam schlafen zu können.

Achten Sie auf jeden Fall darauf, dass Ihr Kind gut ein- und durchschläft, um mögliche negative Folgen eines unruhigen und zu kurzen Schlafes zu vermeiden. Denn, schlafen Kinder auf Dauer zu wenig, wirkt sich das folgendermaßen auf sie und ihr gesamtes Wohlbefinden aus:

  • Unruhe
  • Wenig Konzentration – sehr schnell abgelenkt
  • Deutlich höhere Anfälligkeit für Infekte
  • Schnellere Erschöpfung selbst wenn es nur um alltägliche Dinge geht

Behalten Sie allerdings im Hinterkopf, dass es sich bei den Werten aus der Tabelle um Orientierungen handelt. Einige Kinder schlafen etwas mehr, andere etwas weniger und die Werte stellen errechnete Durchschnittswerte dar.

So helfen Sie Ihrem Kind besser einzuschlafen

Frau mit Kind im Tragetuch

Um sicherstellen zu können, dass Ihr Kind gut ein- und durchschläft, sollten Sie für das emotionale Wohlergehen und die Erfüllung einiger wichtiger Rahmenbedingungen sorgen. Denn nur das Zusammenspiel aus Psyche und äußeren Rahmenbedingungen liefert die besten Voraussetzungen, die das Kind braucht, um gut ein- und durchschlafen zu können.

In den folgenden Abschnitten erhalten Sie ein paar hilfreiche Tipps und Tricks. Suchen Sie sich die Tipps heraus, die für Sie und Ihr Kind stimmen und freuen sich darauf, dass es schon bald sehr viel besser ein- und durchschläft. Behalten Sie dabei auch immer im Hinterkopf, dass nicht nur das Singen oder das Vorlesen für ein gutes Einschlafen sorgt. Vielmehr sorgt die Regelmäßigkeit der Routine für ein Gefühl der Sicherheit bei Ihrem Kind. Wer sich sicher fühlt, schläft selbstverständlich sehr viel besser ein, als Menschen, die sich unsicher und nicht geborgen fühlen.

Sprechen Sie vor dem Schlafengehen

Ihr Kind erlebt den Tag über hinweg sehr viele Dinge. Darunter befinden sich schöne, aufregende, teilweise aber traurige und ärgerliche Situationen. Ganz egal, was Ihr Kind erlebt hat – die Eindrücke, die es sammelt, üben einen bestimmten Effekt auf Ihr Kind auf. Bei einem Baby äußert sich das durch die sogenannte Reizüberflutung. Das Baby weint und schreit und lässt sich nicht beruhigen, weil es zu viele Reize verarbeitet und noch nicht sprechen kann. Demnach greift es auf das einzige Kommunikationsmittel zurück, das ihm bleibt – das Weinen und Schreien.

Bei Kindern, die bereits sprechen können, bietet es sich an, abends vor dem Schlafengehen ein Gespräch zu führen. Fragen Sie Ihr Kind:

  • wie es ihm geht
  • was es am Tag erlebt hat
  • ob es etwas gibt, was es beschäftigt
  • wie es sich fühlt und, ob es ein Thema gibt, über das es sprechen mag

Sie können aber auch durch die Hintertür das Gespräch eröffnen und Ihrem Kind sagen, dass der Tag für Sie sehr anstrengend war. Oder Sie sagen ihm, dass der Tag recht aufregend und spannend war. Sie können ihm auch sagen, dass Sie immer noch an ein bestimmtes Ereignis denken, weil es Sie beschäftigt.

Regen Sie Ihr Kind dazu an, darüber zu sprechen, was es belastet oder, was es verarbeiten möchte, um so befreiter, leichter und folglich sehr viel besser einschlafen zu können.

Der Fokus liegt dabei nicht nur auf negativen Erlebnissen. Denn zwar wirken diese belastend und können das Einschlafen erschweren, doch auch positive Ereignisse machen ein Kind hibbelig und sorgen unter Umständen dafür, dass ihm das Einschlafen schwerfällt.

Mit einem Gespräch, bei dem Ihr Kind die Möglichkeit hat, den Tag zu reflektieren, kann es den Tag abschließen. Es beendet den Tag und legt alles unbesorgt beiseite, um so besser einschlafen zu können.

Die richtige Atmosphäre

Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene schlafen immer dann am besten, wenn sie sich sicher und geborgen fühlen. Eine umso größere Rolle spielt aus diesem Grund die richtige Atmosphäre des Schlafzimmers.

Achten Sie darauf, dass:

  • die Schlafumgebung einen Wohlfühlort für Ihr Kind darstellt.
  • Ihr Kind Sicherheit und Geborgenheit verspürt, wenn es im Bett liegt.
  • die Temperatur im Raum weder zu warm noch zu kalt ist.
  • die Möglichkeit der Abdunkelung besteht oder ein Nachtlicht vorliegt, um nach Bedarf etwas Licht zu machen.
  • das Kissen und die Decke angenehm sind.
  • die Matratze die Stärke aufweist, die Ihr Kind braucht, um gut ein- und durchschlafen zu können.

All diese Faktoren tragen dazu bei, dass sich Ihr Kind rundum wohl und geborgen im Bett fühlt.

Der klare Schlafplatz schafft Verlässlichkeit

Frau und Mädchen gemeinsam auf dem Bett

In dem Rahmen der Sicherheit und der Geborgenheit des Schlafplatzes, spielt auch die Klarheit des Schlafplatzes eine wichtige Rolle. Ihr Kind muss sich darauf verlassen können, genau zu wissen, an welchem Ort es schläft. Vielleicht haben Sie schon einmal auf Reisen festgestellt, dass Ihr Kind vor allem in den ersten Nächten nicht sonderlich gut schlafen konnte, weil es nicht an den neuen Schlafplatz gewöhnt ist.

Umso wichtiger gestaltet sich der Umstand, dass Ihr Kind immer an demselben Ort schläft. Sprich: Sowohl der Schlafplatz, als auch sein Platz im Bett sollten immer dieselben sein.

So fällt es Kindern, wenn sie in der Nacht aufwachen, sehr viel leichter, die Augen einfach wieder zu schließen und weiter zu schlafen. Meist reicht es aus, dass sie die vertraute Umgebung erkennen, um ohne Probleme wieder einschlafen zu können.

Ob Ihr Kind dabei in seinem eigenen Bettchen oder gemeinsam mit Ihnen im Familienbett schläft, spielt dabei keine Rolle. Wenngleich das Familienbett sehr viele Vorteile mit sich bringt, entscheiden sich sehr viele Eltern dafür, das Baby nach einigen Monaten in sein eigenes Zimmer zu legen. Dagegen spricht nichts, solange sich das Baby rundum wohl in seinem Zimmer du seinem Bettchen fühlt.

Kinder merken es auch, wenn die Eltern unruhig sind. Wenn Sie sich also nicht wohl damit fühlen, Ihr Kind in sein eigenes Bettchen zu legen und es lieber bei sich haben, machen Sie das. Genauso gestaltet es sich, wenn Sie nicht wollen, dass Ihr Kind mit in Ihrem Bett schläft.

Ganz egal, wo sich der Schlafplatz Ihres Kindes befindet – er sollte klar sein und für das Wohlbefinden der ganzen Familie sorgen.

Eine Abendroutine, die auf das Einschlafen vorbereitet

In dem Rahmen der Sicherheit, die bereits zur Sprache gekommen ist, spielt vor allem die Routine eine wichtige Rolle. Denn eine Routine schafft Verlässlichkeit. Ihr Kind weiß, was passiert und welcher nächste Schritt folgt, sodass es sich sehr viel besser gehen und fallen lassen kann.

Finden Sie mit Ihrem Kind ein ganz persönliches Einschlafritual und helfen ihm somit dabei, Sicherheit und Geborgenheit zu schaffen, um anschließend besser einschlafen zu können. Zudem bereitet das Ritual ganz sanft auf das Zubettgehen vor und das Kind steht nicht auf einmal vor einem Elternteil, das von jetzt auf gleich verkündet, dass nun Schlafenszeit ist.

Eine Routine, die Ihr Kind auf das Zubettgehen vorbereitet, könnte unter Umständen folgendermaßen aussehen:

  1. Gemeinsames Abendessen
  2. Zähneputzen, Waschen und den Schlafanzug anziehen
  3. Über den Tag sprechen
  4. Ein Buch aussuchen und lesen
  5. Kuscheln
  6. Ein Lied singen

Die Routine am Tag

Neben der Routine am Abend, spielt auch die Routine am Tag eine wichtige Rolle für ein sicheres und gutes Einschlafen. Denn nur eine feste Routine am Tag sorgt für verlässliche Schlaf- und Wachzeiten. Zudem sorgen die Routinen am Tag, genau wie die Routinen am Abend, für Sicherheit und Verlässlichkeit. Dadurch, dass Ihr Kind weiß, was passiert, muss es nicht ins kalte Wasser springen, sondern fühlt sich der Situation gewachsen. Es fühlt die Kontrolle, die es über die Situation hat und ist ihr somit nicht hilflos ausgeliefert.

Dieser Umstand beugt einer Angespanntheit des Kindes vor, die sich wiederum äußerst negativ auf das Schlafverhalten und damit auch das Einschlafen des Kindes auswirken kann.

Kein Fernseher oder Handy mehr unmittelbar vor dem Schlafengehen

Telefon

Haben Sie damals auch den Sandmann gesehen, bevor Sie zu Bett gegangen sind? Vielleicht gehören der Sandmann oder auch andere Serien mit zu Ihrem Ritual, das Sie abends mit dem Kind durchführen? An und für sich spricht nichts dagegen, das Schauen einer Serie mit in das Ritual aufzunehmen.

Achten Sie nur darauf, dass Ihr Kind nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen in den Kontakt mit dem Fernseher oder dem Handy, etc. kommt.

Grund dafür ist das blaue Licht, das das Gehirn daran hindert, das schlaffördernde Melatonin zu bilden. Das heißt, dass sich am Abend die Müdigkeit nicht oder zumindest nur bedingt ausbreiten kann.

Zudem sollten Sie darauf Wert legen, dass die mobilen Geräte nicht am oder im Bett ihren Einsatz finden. Wie der Schlafplatz, der klar definiert sein sollte, sollte auch der Platz, an dem Ihr Kind eine Serie schauen darf, zum Beispiel mit der Couch klar bestimmt und festgelegt sein.

Der Schlafbegleiter

Frau mit Kind im Bett

Einigen Kindern reicht es nicht aus, einen konstanten Schlafplatz und eine sichere Umgebung zu haben, um sicher und gut ein- und durchschlafen zu können. In diesem Fall brauchen sie die Begleitung eines Schlafbegleiters. Entweder finden sie diesen in einem Kuscheltier oder in Ihnen.

In einigen Fällen suchen Kinder sehr stark den körperlichen Kontakt zu den Eltern. Um Stress zu vermeiden, greifen sehr viele Eltern deshalb auf die Option zurück, sich neben das Kind zu legen und es beim Einschlafen zu begleiten. Manchmal dauert es zwar ein bisschen, bis Sie aufstehen und das Bett verlassen können, doch Ihr Kind wird gut und sicher einschlafen können.

Weitere Tipps, an denen Sie sich orientieren können

Neben den bereits genannten Tipps, die Ihnen dabei helfen, Ihrem Kind das Einschlafen zu erleichtern, stehen Ihnen auch viele weitere Möglichkeiten zur Verfügung, auf die Sie zurückgreifen können.

  • Ätherische Öle erleichtern Kindern, sofern sie in der richtigen Konzentration ihren Einsatz finden, das Einschlafen. Vor allem Mandarine, Rose und auch Vanille erweisen sich bei Kindern als besonders hilfreich und zuverlässig.
  • In einigen Fällen kann es sein, dass Ihr Kind schlecht schläft, weil der Mittagsschlaf nicht mehr notwendig ist. Schläft Ihr Kind mittags zu viel, kann es somit sein, dass es abends nicht so müde ist und folglich nicht gut einschläft.
  • Nutzen Sie das Zubettgehen niemals als Strafe. An und für sich stehen Erziehungsexperten Strafen allgemein sehr kritisch gegenüber.
  • Machen Sie dem Kind klar, dass es sich bei dem Bett um den Schlafplatz handelt und es aus diesem Grund nicht in ihm toben oder fernsehen sollen.
  • Greifen Sie bezüglich des Abendessens auf leichte Kost zurück, die Ihrem Kind nicht zu schwer im Magen liegt.
  • Verzichten Sie auf koffeinhaltige Getränke – vor allem kurz vor dem Schlafengehen.

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