Kind rennt

Wie kann ich die Entwicklung eines Kindes fördern?

Bereits bei einem kleinen Baby ist zu erkennen, dass es von Woche zu Woche und von Monat zu Monat immer mehr Dinge kann. Es entwickelt sich weiter und erlernt immer wieder neue Fähigkeiten. Auf der einen Seite entwickelt es sich körperlich und auf der anderen Seite geistig weiter und macht somit immer wieder Sprünge.

Das lässt sich genauso auf Kleinkinder und größere Kinder übertragen, die sich in der Entwicklung befinden. Allgemein entwickeln sich Kinder sowohl geistig als auch körperlich immer weiter. Eltern stellen sich in diesem Zusammenhang die wichtige Frage, wie sie ihre Kinder diesbezüglich am besten fördern und unterstützen können.

Keine Frage – Eltern wollen für ihre Kinder immer nur das beste und sind sich bewusst darüber, in einer Leistungsgesellschaft zu leben. Doch, was bedeutet das in dem Bezug auf die Förderung? Heißt das, dass die Kinder maximal gefördert werden sollten?

Bezüglich der Entwicklung und auch der Förderung der Kinder sollten Eltern immer im Hinterkopf behalten, dass jedes Kind anders ist. Aufgrund der Unterschiede zwischen den einzelnen Kindern, entwickelt sich jedes Kind in seinem persönlichen Tempo. Aus genau diesem Grund erfreut sich vor allem das Montessori-Konzept einer so großen Beliebtheit. Denn, richtig angewandt, hilft das Montessori-Konzept dabei, die Kinder so zu unterstützen, dass sie alleine lernen und über sich hinauswachsen können. Die Eltern geben in diesem Fall „nur“ den Rahmen vor und sorgen dafür, das Kind weder zu über- noch zu unterfordern.

Was heißt es überhaupt, ein Kind zu fördern?

Was würden Sie auf die Frage „Was bedeutet Förderung?“ antworten? Was verstehen Sie unter Förderung? Wie definiert sich dieser Begriff und was steckt dahinter, wenn die Rede davon ist, dass Kinder gefördert werden sollen?

Kinder zu fördern bedeutet, sie anzuregen und sie so zu unterstützen, dass sie neue Dinge lernen, neue Fähigkeiten aufbauen und bereits vorhandene Fähigkeiten weiter ausbauen. Das heißt zu Beispiel bei einem Kind, das bereits die Grobmotorik beherrscht, sich gezielt mit Methoden auseinander zu setzen, die dem Kind dabei helfen, die Feinmotorik zu trainieren und sie somit zu verbessern.

Inwiefern die Förderung stattfindet und welcher Bereich des Kindes gefördert wird, basiert dabei immer auf dem Entwicklungsstand, dem Alter, aber auch auf den Interessen des Kindes. Nicht jedes Kind hat dieselben Interessen, weshalb es keine allgemeine Förderung gibt, die für alle Kinder funktioniert. Während Sie ein Kind auf eine Weise am besten fördern, verlangt ein anderes Kind nach einer vollkommen anderen Förderung. Bevor Sie ein Kind fördern ist es also wichtig, es zu kennen, seine Interessen in Erfahrung zu bringen und sich mit seinem Entwicklungsstand, sowie seinen bereits vorhandenen Fähigkeiten zu beschäftigen.

Förderung heißt somit ein Kind individuell in dem Erlernen und Ausbauen von Fähigkeiten zu unterstützen und dabei immer folgende Aspekte im Hinterkopf zu behalten:

  • Alter
    Entwicklungsstand
  • Interessen
  • bereits vorhandene Fähigkeiten

Wer diese Dinge im Hinterkopf behält, ohne das Kind zu unter- oder zu überfordern, kann Kinder auf die beste Weise fördern.

Sicherlich leben Sie in einer Leistungsgesellschaft, doch die Förderung verfolgt nicht den Sinn und Zweck, das Kind auf die Leistungsgesellschaft vorzubereiten. Vielmehr verfolgt es den Sinn, das Kind zu unterstützen und ihm die Sicherheit über seine Fähigkeiten zu geben, sodass es zu einem selbstbewussten und selbstständigen jungen Erwachsenen heranwächst.

Die Bereiche, in denen Sie Kinder fördern können

Die Förderung eines Kindes teilt sich nicht nur in die psychische und physische Förderung auf, sondern die Unterstützung eines Kindes basiert sich auf viele weitere Bereiche. So können Sie Ihr Kind unter anderem in den folgenden Bereichen unterstützen:

  • Motorik
  • Sensorik
  • Soziale und emotionale Entwicklung
  • Künstlerische und musikalische Begabungen
  • Naturwissenschaften
  • Sprache

Sicherlich handelt es sich bei dieser Übersicht um eine Liste, die ausbaufähig ist. In der Tat ergänzen Fachkräfte aus dem Bereich der Pädagogik die Liste immer wieder. Allerdings erhalten Sie mit ihr einen kleinen Einblick in die unterschiedlichen Bereiche, in denen Sie Ihr Kind fördern können.

Die Motorik  

Kind mit schwarzen Bausteinen

Der Bereich der Motorik teilt sich in die Grob- und in die Feinmotorik auf und wird von vielen Menschen viel zu oft und zu selbstverständlich unterschätzt. Derweil spielt die Motorik bezüglich der Entwicklung des Kindes und auch der Psyche (Selbstbewusstsein) eine fundamentale Rolle. Das Selbstvertrauen, die das Kind durch die Förderung der Motorik erhält, legt wichtige Grundlagen für das spätere Leben und den späteren Erfolg des Kindes. Aus diesem Grund gehört unter anderem die Bewegung eine sehr wichtige Rolle bezüglich der Förderung der Grobmotorik eines Kindes.

Bezüglich der Feinmotorik unterstützen Sie Ihr Kind am besten, indem Sie mit ihm basteln, malen, etc. Denn unter die Feinmotorik fallen unter anderem Fertigkeiten, wie das korrekte Halten und Führen eines Stiftes und einer Schere und das allgemeine Durchführen filigraner Bewegungen.

Die Sensorik

Einen weiteren wichtigen Bereich stellt die Sensorik dar. Kleine Kinder entwickeln in aller erster Linie den Tastsinn, bevor sie sich mehr auf den Sehsinn konzentrieren. Mit verschiedenen Spielen können Sie Ihr Kind bezüglich der Entwicklung der einzelnen Sinne fördern und unterstützen.

Die soziale und emotionale Entwicklung

Zwei Kinder draußen

Emotionale und soziale Fähigkeiten spielen in der heutigen Gesellschaft eine sehr große Rolle. Sie und Ihr Kind leben gemeinsam mit vielen anderen Menschen in einer großen Gemeinschaft, in der Sie bestimmte Fähigkeiten brauchen, um bestehen zu können. Durch Kontakt zu anderen Kindern und auch zu Erwachsenen, lernen Ihre Kinder am besten, sowohl mit Kindern als auch mit Erwachsenen umzugehen und:

  • Konflikte auszutragen
  • Empathie zu entwickeln
  • Mit negativen Emotionen, wie Wut und Trauer umzugehen
  • Sich durchzusetzen

In diesem Bereich stellt sich oft die Frage, nach dem „Wie“. Wie fördern Sie Ihr Kind unter dem Aspekt der sozialen und emotionalen Entwicklung?

Ganz einfach, in dem Sie:

  • Vorbild sind
  • mit Ihrem Kind über seine Gefühle sprechen
  • die Gefühle Ihres Kindes ernst- und annehmen

Künstlerische und musikalische Begabungen

Kind mit einer Hand auf der Klaviertastatur

Zwar ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und Übung macht bekanntlich den Meister, doch nicht in jedem Kind steckt ein Pianist, Violinist, Musiker oder Maler. Nicht alle Kinder leben sich gerne künstlerisch aus. Einige Kinder interessieren sich „nur“ für eine künstlerische oder musikalische Begabung und Sie sollten Kinder auf keinen Fall dazu zwingen, künstlerisch oder musikalisch aktiv zu werden, wenn sie keinen Spaß an diesen Bereichen haben.

Sollte Ihr Kind jedoch Interessen in diesem Bereich haben, malen Sie zusammen, singen Sie zusammen oder schreiben Ihr Kind in einen entsprechenden Kurs ein. Schaffen Sie Räume und Zeiten, zu denen Ihr Kind uneingeschränkt malen oder ein Instrument spielen kann und helfen ihm somit dabei:

  • die Geduld zu unterstützen
  • kleine Erfolgserlebnisse zu erzielen
  • sich frei auszuleben
  • die Merkfähigkeit zu bessern
  • die Aufmerksamkeit zu schulen

Naturwissenschaften

Kinder vor einem Springbrunnen

Für viele Eltern stellt der Bereich der Naturwissenschaften einen sehr großen und wichtigen Bereich dar, den sie intensiv fördern wollen. Allerdings gilt hier auch dasselbe, wie bei den musikalischen und künstlerischen Fähigkeiten: Sehen Sie davon ab, Ihr Kind zu zwingen, wenn es kein Interesse an Naturwissenschaften zeigt. Allerdings sind Kinder von Natur aus kleine Entdecker und stellen sehr viele Fragen.

Bestimmt kennen Sie die bekannten „Warum“-Fragen, die viele Eltern regelmäßig in den Wahnsinn treiben. Was Kindern oft die Lust an den Naturwissenschaften vertreibt, ist die pure Theorie, mit der sie nicht viel anfangen können. Kinder lernen nach dem Motto „Learning by doing“. Schauen Sie sich aus diesem Grund Dokumentationen an, experimentieren selbst und gehen den Naturwissenschaften auf den Grund.

Die Sprache

Ihr Kind hat viele Möglichkeiten, um sich auszudrücken. Allerdings ist eine Voraussetzung, die Menschen von Ihrem Kind in der Gesellschaft erwarten, die Fähigkeit, sich sprachlich ausdrücken zu können.

Helfen Sie Ihrem Kind aus diesem Grund dabei, die Sprache und die Grammatik zu entwickeln und den Wortschatz auszubauen:

  • sprechen Sie mit Ihrem Kind
  • lesen Sie Ihrem Kind Geschichten vor (Wie Sie die Lesekompetenz Ihres Kindes fördern können, erfahren Sie in einem separaten Artikel)
  • bieten Sie so viele Möglichkeiten zum Sprechen, wie möglich

Aspekte der Förderung

Wie Sie die Förderung für ein Kind gestalten, basiert zu einem sehr großen Teil auf dem Kind selbst. Lassen Sie sich aus diesem Grund auf das Kind ein, um es auf die beste Weise fördern zu können.

Behalten Sie dabei auch immer einige bestimmte Aspekte im Hinterkopf, die bezüglich der Förderung des Kindes eine fundamentale Rolle spielen.

Jedes Kind ist anders

Es wurde zwar schon gesagt, doch: Jedes Kind ist anders und entwickelt sich anders und in seinem ganz eigenen Tempo, doch da es sich dabei um einen fundamentalen Aspekt bezüglich Förderung handelt, wird hier nochmal auf den Aspekt der Individualität der Kinder eingegangen. Respektieren Sie immer, dass jedes Kind seine eigene Geschwindigkeit hat und sich somit auch auf ganz eigene Art entwickelt. Demnach verlangt auch jedes Kind nach einer ganz besonderen Art der Förderung.

Finden Sie die richtige Methode

Um Kinder fördern zu können, kommt es nicht nur darauf an, was sie ihm beibringen wollen, sondern es geht auch darum, wie sie ihm Inhalte vermitteln wollen. Wer Spaß beim Lernen hat, lernt sehr viel besser und effektiver. Es kann sein, dass ein Kind sehr viel besser lernt, wenn es spielt, ein anderes Kind jedoch Inhalte sehr viel besser aus Büchern erfasst.

Finden Sie heraus, wie Ihr Kind am besten lernt und greifen, wenn Ihnen die Methode zusagen sollte, auf die Montessori-Methode zurück, die Ihrem Kind nicht nur Spaß, sondern auch Inhalt und Mehrwert bietet.

Viel hilft nicht viel

Eichhörnchen liegt auf Holz

Um ihre Kinder auf die beste Weise auf das Leben in der Leistungsgesellschaft vorzubereiten, machen viele Eltern den Fehler, ihr Kind zu sehr zu fördern und es somit zu überfordern. Allerdings ist es in diesem Zusammenhang wichtig zu wissen, dass viel nicht immer viel hilft. Es kommt, wie schon gesagt, vielmehr auf die Methode an, um dem Kind Wissen und Fähigkeiten zu vermitteln.

Wer das Kind überfordert und falsch fördert, schießt sich in der Regel selbst ins Bein und sorgt eher dafür, dass das Kind keine Freude an der Förderung hat und sich nicht richtig entwickelt.

Ein Kind zu fördern heißt zudem nicht, es die ganze Zeit hinweg mit neuen Inhalten zu beschallen und es jeden Tag neue Dinge machen zu lassen. Der Tag muss nicht durchgeplant sein, sondern es ist richtig und wichtig, dass das Kind Freiräume hat und Langeweile verspürt.

Die Langeweile (solange sie sich in Grenzen hält und nicht den Tag dominiert) regt die eigene Kreativität des Kindes an und spielt somit eine fundamentale Rolle bezüglich der Förderung des Kindes.

Tipps und Tricks für die Förderung von Kindern

Sie wissen nun, worauf Sie bezüglich der Förderung von Kindern achten sollten. Doch, wie fördern Sie sie nun am besten? Einige Tipps und Tricks helfen Ihnen dabei herauszufinden, wie Sie Kinder auf die beste Weise fördern können. Behalten Sie dabei aber, wie gesagt, immer im Hinterkopf, dass sich jedes Kind anders entwickelt und jedes Kind andere Interessen hegt.

  1. Unterstützen Sie den Forscherdrang Ihres Kindes und begeben sich gemeinsam mit ihm auf Exkursionen.
  2. Regen Sie das Kind zur Bewegung an, bewegen Sie sich gemeinsam, in dem Sie Spiele im Außenbereich spielen und gehen Sie mit gutem Beispiel voran.
  3. Orientieren Sie sich an den Interessen und dem Entwicklungsstand des Kindes, um es weder zu unter- noch zu überfordern.
  4. Geben Sie dem Kind die Möglichkeit, die Dinge, die es lernt, anzuwenden und nicht nur theoretisch zu erfassen. So stärken Sie es in seinem Selbstvertrauen und in seiner Selbstsicherheit.
  5. Ermuntern Sie Ihr Kind dazu, es nochmal zu probieren, wenn ein erster Versuch eine bestimmte Sache durchzuführen, scheitern sollte. Greifen Sie nicht direkt ein und sagen ihm nicht, dass es etwas falsch gemacht hat, sondern geben ihm die Möglichkeit selbst nach einem anderen Lösungsweg zu suchen. Sagen Sie ihm allerdings, dass Sie da sind und, wenn es mag, helfen.
  6. Es ist wichtig, dass das Kind Erfolgserlebnisse macht. Allerdings sollten Sie es auch zulassen, dass es enttäuscht ist und diesen negativen Gefühlen Raum gibt. Nur, wenn es in den Kontakt mit den negativen Gefühlen kommt und lernt, mit ihnen umzugehen, kann es später einmal besser mit Enttäuschungen umzugehen.
  7. Bieten Sie Ihrem Kind die Möglichkeit mit anderen Kindern zu spielen, indem Sie auf Spielplätze gehen und „Playdates“ mit anderen Kindern vereinbaren.

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